Dem Jazz-Nachwuchs eine Chance: Martin Löcken startet im Brückenstern durch

Am Freitag, 16. August, tritt der junge Altsaxofonist Martin Löcken mit seiner Band „Heikles Thema“ in unserer Reihe JAZZ KITCHEN im „Brückenstern“ (Stresemannstraße 133) auf. In Hamburg ziemlich genau vor 19 Jahren geboren hat Martin schon mehrfach Auszeichnungen bei „Jugend jazzt“ (Landes- und Bundeswettbewerb) als Solist bekommen, so u.a. den Ingolf Burkhart Award in 2017 und den ersten Preis bei Jugend jazzt 2018 mit seiner Band „off limits“. In der Jazz Federation haben wir ihn schon früher kennengelernt, nachdem er bei Jugend jazzt 2016 mit seinem Quintett "Dribo" ( in dem u.a. auch der schon kürzlich im Brückenstern aufgetretene Pianist Alexander Sandro  Saez-Eggers mitwirkte ) für unser Programm „Jazz meets School“ ausgezeichnet wurde. Intensiv gecoacht von Gabriel Coburger, Boris Netsvetaev, Sandra Hempel, Sven Kerschek und Björn Lücker trat die Band dann in unserer Reihe im Juni 2017 im Cascadas Club auf. Nachdem er dann während seines letzten Schuljahres bereits als Jungstudent an der HfMT eingeschrieben war, studiert er nun ab Oktober im 3. Semester an der Hochschule. Vor seinem Auftritt im Brückenstern haben wir ihm vier Fragen gestellt: 

Lieber Martin - wie bist Du zum Jazz gekommen, was waren Deine ersten Begegnungen mit diesem Musikstil?

Meine ersten Erfahrungen mit Jazz habe ich am Gymnasium Bondenwald ganz klassisch in einer Schulbigband gemacht, welche von meinem Saxofonlehrer, Sven Kagelmann, geleitet wird. Nicht viel später habe ich meine erste wirklich prägende Erfahrung mit 12 Jahren auf einer Jam-Session im Urlaub gemacht, bei der ich zugehört habe. Es wurde unter anderem ein Stück namens "Confirmation" gespielt, welches ich bereits aus dem Unterricht kannte, weil ich da einmal eine Transcription von Charlie Parker drüber gespielt hatte. Auf der Session haben die Musiker dann nach dem Thema ihre eigenen Soli gespielt, was mich zunächst gewundert hat, weil ich dachte, dass das Solo, das ich kannte, ein fester Bestandteil des Stücks wäre. In dem Moment habe ich zum erstenmal das Prinzip der Improvisation verstanden.

Was hat Dich bisher am meisten geprägt, welcher Musiker, welcher Titel?

Ich hatte letztes Jahr das große Glück, mit Randy Brecker zusammen ein Konzert spielen zu dürfen (Anmerkung der Redaktion: sowohl mit dem Bundes- wie auch mit dem Landesjugendjazzorchester in der Elbphilharmonie!). Die Zusammenarbeit mit ihm, auch in den Proben vorher, fand ich total faszinierend. Am Tag vor der Probe hat er noch in New York gespielt und kam dann bei uns gejetlagt und ohne Schlaf an. Mit wenigen Worten brachte er seine Kritikpunkte auf eine sehr leichte und sympathische Weise genau auf den Punkt. Seinem Spiel konnte man seine Unausgeschlafenheit und sein mittlerweile fortgeschrittenes Alter kein bisschen anhören.

 

Du warst schon vor einiger Zeit auch im Programm „Jazz meets School“ der Jazz Federation – was hat das Dir gebracht?

In einer Quintettbesetzung von fünf Dozenten gleichzeitig gecoacht zu werden, war eine völlig neue und außergewöhnliche Situation für beide Seiten (s. Foto). Neben sehr vielen hilfreichen Tipps hatten wir dadurch auch die Möglichkeit, viel mit verschiedenen Besetzungen zu experimentieren, indem zum Beispiel Dozenten mit uns mitgespielt haben oder mal nur die Dozenten ein Quartett gebildet und etwas vorgespielt haben. Dadurch, dass wir auch wirklich viel Zeit miteinander verbringen und sogar mit einigen Dozenten das Abschlusskonzert gestalten konnten, habe ich da musikalisch und menschlich von jedem einzelnen Dozenten sehr viel mitnehmen können.

Wie schätzst Du die Hamburger Jazzszene ein, hat sie Dein Spiel befruchtet? 

Da ich selbst noch nicht allzulange dabei bin, fällt es mir schwer, die Jazzszene für mich genau zu definieren. Ich habe momentan das Gefühl, dass die Szene durch viele neue Konzertreihen und Ideen der Studenten und ehemaligen Studenten aufgeht und sich hier ein großes Potential entwickelt. Außerdem gefällt mir die große Bandbreite von traditionellem bis zu sehr modernem Jazz, die diese Stadt durch schon länger existierende Konzertreihen wie die der Jazz Federation oder die Reihe "Fatjazz" von Gabriel Coburger bietet. Dadurch, dass die Szene relativ übersichtlich und familiär ist, wird man als Student sehr herzlich aufgenommen und bekommt Möglichkeiten, sich zu engagieren und teilzunehmen. 

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