Rolf Kühn bei der Jazz Federation im Stage Club – demnächst im 3sat-Fernsehen

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(C) Hans-Ulrich.Frank@gmx.de

Brüder Kühn - Zwei Musiker spielen sich frei

 

Am 22. Januar 2019 trat Rolf Kühn mit seinem Quartett (zusammen mit Frank Chastenier am Piano, Tupac Mantilla / Percussion und Lisa Wulff am Bass) bei uns im Stage Club auf. Mit dabei damals: das Aufnahmeteam von Ecomedia unter der Leitung von Stephan Lamby im Rahmen der Dreharbeiten für den Film „Brüder Kühn – zwei Musiker spielen sich frei“. Der Film wird am Sonnabend, 21. September, 20.15  Uhr, im Programm 3sat ausgestrahlt. Der Regisseur Stephan Lamby hat uns aus diesem Anlass einige Fragen beantwortet: 

Wie kam es zu der Idee mit dem Film über die Kühn-Brüder und speziell den Auftritt bei der Jazz Federation in Hamburg im Stage Club?

Die Idee zum Film wurde von einem gemeinsamen Freund an mich herangetragen, Christian Kellersmann. Ich mache zwar seit vielen Jahren Dokumentarfilme vor allem zu politischen Themen. Ich habe aber eine Vergangenheit als Jazzmusiker und Jazz-Journalist. 1986/87 war ich Nachbar von Ornette Coleman in New York, der ja im Leben von Rolf und Joachim Kühn eine wichtige Rolle spielt. So hatten wir schnell zahlreiche Berührungspunkte. Rolf Kühn hat dann irgendwann angeregt, dass wir sein Konzert im Stage Club filmen. 

Was war bemerkenswert an dem Konzert bei uns im Club im Vergleich zu den anderen Auftritten?

Ich bin froh über Rolfs Vorschlag, im Stage-Club zu drehen, denn die Musik der Gruppe war ungewöhnlich dicht, die Club-Atmosphäre ebenfalls.  Es sind tolle Aufnahmen geworden.

Sie haben sich ja sicherlich lange mit dem Künstler-Leben der beiden Kühn Brothers beschäftigt: Was fasziniert Sie hieran als Medienschaffender besonders?

Der Film ist meine persönliche Verneigung vor dem Jazz und dem Leben von Jazzmusikern. Ich finde es beeindruckend, wie sehr Jazzmusiker häufig auf jegliche bürgerliche Sicherheit verzichten und sich ihrer Musik verschreiben. Im Fall von Rolf und Joachim Kühn kommt jedoch noch mehr hinzu: Rolf hat ja sehr früh nach dem Krieg sein Elternhaus in Leipzig verlassen und ist in die große Welt hinaus, nach Hamburg, Berlin, New York. Er hat sehr viel riskiert. Und Joachim hatte es bis zu seiner Flucht aus der DDR mit Menschen zu tun, die der Freiheit des Jazz sehr feindlich gegenüber eingestellt waren. Und dennoch hat er schon damals sein Ding gemacht. Beide, Rolf und Joachim, haben sich ihre Freiheit erspielt. 

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